Eine Ära geht zu Ende

Erhard Kellner verabschiedet sich in den Karate-Pensionsstand
EK_KA-Tag_22-11-2025

17.08.2026 – Nach vielen Jahrzehnten im österreichischen Karate verabschiedet sich Erhard Kellner aus seinen langjährigen Funktionen und tritt seinen wohlverdienten Karate-Pensionsstand an. Nur Wenige haben die Entwicklung des Karate in Österreich über einen so langen Zeitraum begleitet, mitgestaltet und dabei nachhaltige Strukturen geschaffen, wie er.

Sein Weg führte ihn durch zahlreiche verantwortungsvolle Funktionen – auf Landes-, Bundes- und internationaler Ebene. Bei Karate Austria (ÖKB) war Erhard Kellner unter anderem als Vizepräsident, Sportdirektor, Kata-Bundestrainer für Goju Ryu und Lehrbeauftragter tätig. In Niederösterreich prägte er den Landesverband als Präsident, Generalsekretär und Sportdirektor. Auch international war er über viele Jahre eine wichtige Schnittstelle: Bei der EGKF und WGKF fungierte er unter anderem als Kontaktperson für Karate Austria, als Auditor und als Chairman des Organising Committees.

Besonders nachhaltig ist sein Beitrag dort, wo heute vieles selbstverständlich erscheint. Erhard Kellner war immer wieder Initiator und treibende Kraft hinter Neuerungen, die das österreichische Karate langfristig geprägt haben.

Zu seinen wichtigen Initiativen zählen unter anderem Anträge zur Einführung der Österreichischen Nachwuchs-Meisterschaften im Jahr 1992, die Einführung der Dankommissionen und der Kampfrichterkommissionen in den Landesverbänden 1994 sowie die Entwicklung und Konzeption der Kata-Kampfrichterausbildung, die ebenfalls 1994 eingeführt wurde.

Auch die Einführung der Österreichischen Kobudo Meisterschaften sowie der Österreichischen Meisterschaften in den Altersklassen 35+ und 45+ gehen auf seine Initiative zurück.

Ein besonderes Augenmerk legte Erhard stets auf die Ausbildung und Weiterentwicklung des Karate. So war er auch maßgeblich am Verfassen einer Trainingslehre für Kata beteiligt, die in die Instruktoren- und Trainerausbildung einfloss.

Vieles davon sind heute etablierte Bestandteile des österreichischen Karate. Gerade deshalb lohnt sich ein Blick zurück: Hinter zahlreichen Strukturen und Angeboten, die heute selbstverständlich wirken, stehen Ideen und Initiativen, die irgendwann einmal erstmals auf den Tisch gebracht, diskutiert und umgesetzt werden mussten.

Eine besondere Leidenschaft von Erhard Kellner war stets Kata, die er mit seiner Frau Marianne, die auch als Kata-Bundestrainerin tätig war, teilte. Über viele Jahre setzte er sich dafür ein, die Wettkampfkata in Österreich qualitativ weiterzuentwickeln und international konkurrenzfähig zu machen.

Seine Arbeit beschränkte sich dabei nicht auf eine einzelne Stilrichtung. Neben zahlreichen Erfolgen und internationalen Titeln in den Stilrichtungen Shotokan und Goju Ryu konnten Erhards Kata-AthletInnen auch etliche Medaillen bei EKF- und WKF-Bewerben erringen.

Die Entwicklung der österreichischen Kata zu einem international anerkannten Niveau war dabei kein kurzfristiges Projekt, sondern das Ergebnis kontinuierlicher Arbeit: Ausbildung, Training, Kampfrichterwesen, Nachwuchsförderung und die Schaffung entsprechender Wettkampfstrukturen griffen ineinander.

Wer Erhard Kellner über die Jahre im österreichischen Karate erlebt hat, wird ihn allerdings nicht allein mit seinen Funktionen verbinden. Vielmehr steht sein Name für eine Zeit, in der Karate in Österreich einen enormen Entwicklungsprozess durchlaufen hat.

Er war dabei Trainer, Funktionär, Ausbildner, Kampfrichterexperte, Organisator und Ansprechpartner – und vor allem jemand, der seine Vorstellungen von einer Weiterentwicklung des Karate konsequent eingebracht hat.

Nicht jede Idee war dabei selbstverständlich, nicht jede Veränderung einfach umzusetzen. Gerade das gehört zu einer langen Funktionärslaufbahn: Verantwortung zu übernehmen, Dinge anzustoßen und auch dann dranzubleiben, wenn der Weg zum Ziel länger ist als ursprünglich gedacht.

Danke, Erhard!

Mit seinem Rückzug geht eine lange und prägende Ära zu Ende. Was bleibt, sind nicht nur zahlreiche Erinnerungen, Erfolge und Begegnungen, sondern vor allem Strukturen, Wissen und Entwicklungen, die das österreichische Karate nachhaltig geprägt haben.

Karate Austria bedankt sich bei Erhard Kellner für seinen jahrzehntelangen Einsatz, seine Leidenschaft für das Karate und seinen großen Beitrag zur Entwicklung unseres Sports.

Für den neuen Lebensabschnitt wünschen wir ihm vor allem eines: viel Zeit für sich, seine Familie, seine Interessen – und natürlich weiterhin die eine oder andere Begegnung mit dem Karate.

Danke für alles und alles Gute für die Karate-Pension, Erhard!

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